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Alex Zanardi

Veröffentlicht

Sa 09 Februar, 2019

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Handbike

 

Alessandro “Alex” Zanardi ist am 23. Oktober 1966 in Bologna geboren und der Sohn von Dino und Anna Zanardi. Er ist mit Daniela verheiratet und Vater des gemeinsamen Kindes Niccolò.

Seine Geschichte im Bereich Autos beginnt mit 14 Jahren beim Go-Kart-Rennen.

Von 1988 bis 1990 nimmt er an der Italian F3 Championship teil. Nach verschiedenen Erfolgen gewinnt er 1990 den Europa Cup-Titel beim Circuit LeMans.

1991 widmet er sich der F3000 FIA Meisterschaft. Er gewinnt das Eröffnungsrennen und schließt die Saison als Zweiter ab. Die Scheinwerfer sind nun auf ihn gerichtet: er ist der Debütant des Moments. Eddie Jordan, Förderer der Jordan, will ihn in seinem Rennstall um an den letzten drei GPs der F1-Weltmeisterschaft teilzunehmen. Leider laufen die Dinge anders als erwartet und 1992 wird er Prüfer der Benetton, die von Flavio Briatore geleitet werden. Doch er wird bald darauf wieder im Sport aktiv: die Minardi fragen ihn, an drei GPs teilzunehmen (an Stelle des verletzten Christian Fittipaldi). 

1993 wird er von Lotus unter Vertrag genommen und bleibt dort bis 1995. Bei dem zweiten Wettbewerb in Brasilien kommt er auf den sechsten Platz und erhält damit seinen ersten Punkt im Ranking der Weltmeisterschaft. Trotz großer Erwartungen auf weitere Erfolge, bleibt dies sein bestes Ergebnis im Formel 1 Rennen. Auch nimmt er am englischen GT2 teil, in dem er in Silverstone in England gewinnt.

1996 wird ihm eine große Chance angeboten: das Team von Chip Ganassi will ihn als Mitglied bei der amerikanischen Indycar Serie (danach als CART World Championship Series umgenannt) dabei haben.

Nach einem nicht so glänzenden Auftakt gewinnt er sein erstes Rennen in Portland, Oregon. Seit diesem Moment holt er in der Championship-Tabelle auf und erreicht am Ende den 3. Platz. Unvergesslich bleibt das fantastische Überholmanöver auf der Korkenzieher-Kurve während des Circuit in Laguna Seca, California: diese spektakuläre Episode wurde von den amerikanischen Fans auch „The Pass“ genannt und wird noch heute im Internet angeschaut.

1997 und 1998 gewinnt er den Weltmeisterschaft-Titel und bricht zahlreiche Rekorde: dazu zählen die Punkte, die in einer Saison gesammelt worden sind, der Prozentsatz an Erfolgen bzw. Teilnahmen und die konsekutiven Pole Positions.

1999 kommt er im F1 mit der Williams wieder. Etwas geht schief, weshalb er sich 2000 ein Brückenjahr nimmt. Danach tritt er 2001 wieder der Cart Serie bei.

Es war der 15. September 2001: die deutsche Rennstrecke in Lausitzring sah nach einer gute Gelegenheit aus um auf die höchste Podiumstreppe zu steigen. Leider erlitt er an der 13. Runde vor dem Ende einen schweren Unfall bei dem er beide Beine verlor und sein Leben riskierte. Während der Reise im Helikopter zum Krankenhaus wurde er sieben Mal wiederbelebt. Als er am Umfallkrankenhaus in Berlin ankommt kreist nur ein Liter Blut in seinem Körber. Trotzdem gab der Junge nicht nach. Dank der fantastischen medizinischen Versorgung überlebt Alex die erste der 16 Operationen, denen er sich in folgenden 45 Tagen unterzog.  

2003, ein halbes Jahr vor der Wende, kommt er auf die Rennstrecke in Lausitzring und vervollständigt die fehlenden 13. Runde. Im Oktober desselben Jahres fährt er in der letzten Probe der europäischen ETCC Meisterschaft in Monza mit einem BMW der speziell für ihn entwickelt wurde. Er schreibt seine Biographie „Però, Zanardi da Castelmaggiore“ (Preis Bancarella Sport 2003). Danach veröffentlicht er ein weiteres Buch „Alex guarda il cielo“, das er zusammen mit seinem engen Freund Claudio Crosta unterschreibt.

Von 2004 bis 2009 beginnt ein neues Sportabenteuer mit den Autos Turismo und BMW; er nimmt an der WTCC Meisterschaft teil und wird der erste Athlet mit Behinderung, der sich in einem Wettbewerb gegen normal begabte Profi-Rennfahrer durchsetzt.

Die Herausforderungen für Alex sind nicht vorbei. 2007 entdeckt er das Handbike und meldet sich am New York Marathon an, bei dem er den 4. Platz erhält. Der neue Sport begeistert ihn so sehr, dass er den Grande Slam der italienischen Marathons gewinnt: und zwar in Rom, Mailand, Venedig, Florenz, Padua und Treviso.

2012 nimmt er an den Paralympics teil. Hier gewinnt er zwei Goldmedaillen im Zeit- und linearen Rennen, und eine zusätzliche Silbermedaille im Team-Rennen.    

2013 steigt er weiter auf. Bei den Weltmeisterschaften in Baie-Comeau, in Kanada, erhält er das Regenbogentrikot im Zeit- und linearen Rennen. Außerdem gewinnt er das Team-Rennen mit Vittorio Podestà und Luca Mazzone. 

2014 ist er Ambassador der Marke BMW weltweit und wird nochmal Pilot in der Meisterschaft Blancpain GT Sprint mit dem offiziellen BMW Z4 GT3.

Er führt die Disziplin im Para-Radfahrrennen weiter und gewinnt den Weltcup mit dem Titel als Weltchampion im Zeitrennen und Team-Rennen in Greenville, in den USA. 

Im Oktober desselben Jahrs debütiert er im Triathlon und das gleich im härtesten Wettbewerb dieser Disziplin: der Ironman World Championship Final in Kona, auf Hawaii. Alex, ebenso wie alle anderen Finalisten, muss 4 km schwimmen, sein Handbike für 180 km fahren und 42.192 km mit dem Rollstuhl im Marathon laufen. Er überrascht nochmal: er beendet den Wettkämpf mit 9h 47’ 14’’ und platziert sich auf den 273. Platzt unter den 2000, hauptsächlich normal begabter, Teilnehmer.

2015 erhält er drei Goldmedaillen in der Weltmeisterschaft in Nottwil, in der Schweiz, wo er das Zeitrennen, das linearen Rennen und die Staffel gewinnt.

2016 ist ein erfolgreiches Jahr. Zuerst nimmt er an den Weltmeisterschaften in Ostena teil, wo er zwei Goldmedaille im linearen Rennen und in der Staffel gewinnt, aber leider keine im Zeitrennen. Er bemerkt schnell wie stark seine Gegner sind, vor allem sein Kontrahent Jensen Plat. Danach fährt er nach Rio wegen der Paralympics. Sie werden ein Erfolg. Dank der Arbeit und Unterstützung seines Trainers Francesco Chiappetto gewinnt der fast Fünfzigjährige den Zeitlauf und die Staffel (immer im Team mit Vittorio Podestà und Luca Mazzone) und er erhält die Silbermedaille im linearen Lauf. Die ganze Welt des Sports applaudiert: er ist eine Legende!

 

Mit dem Herzen über Grenzen gehen

Zusammen mit den Orthopädietechnikern des RTM, des orthopädischen Zentrums, in dem Alex Teile seiner Rehabilitation durchgeführt hat und mit dem Arzt Claudio Marcello Costa, Gründer der Clinica Mobile, gründet Alex 2005 das Solidaritätsprojekt Bimbingamba (www.bimbingamba.com). Der Verein wird durch Alessandros Spendenaktion und durch die wertvolle Arbeit der RTM unterstützt. Ziel des Vereins ist die Entwicklung von Prothesen für alle Kinder, die sich diese aus unterschiedlichsten Gründe nicht leisten können. Bisher haben mehr als 100 Kinder ihre Beine „zurückbekommen“. Das nächste Ziel? Bimbingamba – Sport, um die Disziplin des Handbikes den Kindern mit amputierter Gliedermaßen, bzw. Rückenmarkverletzungen beizubringen.

2006 verleiht er der Animationsfigur Guido, eine Figur des Kinofilms Cars, seine Stimme. Diese Erfahrung wiederholt er noch mal 2011 bei Cars 2. 2008 ist er Erzähler in der Animationsfilmserie Roary the Racing Car, die von der Rai Gulp Sendung übertragen wird.

Zwischen 2010-2011 leitet er die Rai3-Sendung “E se domani…”, in der er über Wissenschaft und neue Technologien redet. Das nächste Jahr mit der Rai3-Sendung “Sfide” im italienischen Fernsehen zu sehen, um die Geschichte der großen Champions zu erzählen.

Seit Ende 2013 gehört er zum Wissenschaftlichen Ausschuss der Stiftung Fondazione Vodafone Italia, die sich mit Dienstleistungs- und Solidaritätstätigkeiten für die Leute, die sich in Schwierigkeiten befinden, beschäftigt.